Grünes Wissen

Taufrische News aus der wilden Welt der Kräuter

An dieser Stelle sprießen regelmäßig interessante Pflanzeninfos, Rezeptideen und Geschichten rund um das wilde Grün. Schau vorbei!

SEPT
2025

Cuisine française - Hummus mit Franzosenkraut

Aktuell wuchert bei uns das Franzosenkraut, oder botanisch korrekter das Behaarte (Galinsoga quadriradiata) bzw. das Kleinblütige Knopfkraut (Galinsoga parviflora). Und was macht man damit? Salate, Smoothies oder einen leckeren Hummus, der sich als Brotaufstrich oder Dip eignet.

 

Du brauchst:

 

  • 1 Glas Kichererbsen
  •  60 g Tahin (Sesammus)
  • 2 EL Zitronensaft oder Apfelessig
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Handvoll Franzosenkraut (Blätter und Blüten)
  •  Salz 
  • gemahlener Kreuzkümmel
  • etwas Wasser oder Pflanzenmilch 

 

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Gieße die Kichererbsen ab und püriere sie gemeinsam mit Tahin, Zitronensaft oder Apfelessig, der Knoblauchzehe und dem Franzosenkraut zu einer Paste. Gib dabei so viel Wasser oder Pflanzenmilch hinzu, bis die von dir gewünschte Konsistenz erreicht ist. Schmecke den Hummus schließlich mit Salz und Kreuzkümmel ab.

 

Die Knopfkräuter erkennst du am besten an ihren Blüten. Sie gehören zur Familie der Korbblütler und haben daher ähnlich wie das Gänseblümchen gelbe Röhren- und weiße Zungenblüten. Die Blütenköpfchen haben jedoch nur einen Durchmesser von knapp 5 mm. Es gibt nur vier bis fünf weiße Zungenblüten („Blütenblätter“), die sehr kurz und an der Spitze leicht gezähnt sind. Blütezeit ist von Juni bis Oktober.

Das Franzosenkraut stammt ursprünglich aus Südamerika, ist als Neophyt aber schon zu Zeiten Napoleons bei uns eingewandert – daher der umgangssprachliche Name. Es enthält viel Eisen und Eiweiß, außerdem Kalzium, Magnesium, Mangan, Vitamin C und Vitamin A. 

JULI
2025

Easy peasy Kräutersalz

In der Küche sind Wild- und Gartenkräuter für mich wie das Salz in der Suppe - und das meine ich wortwörtlich! Selbstgemachtes Kräutersalz ist eine einfache und praktische Methode, Kräuter haltbar zu machen und sie stets griffbereit zu haben, um die verschiedensten Gerichte damit aufzupeppen.

Meine aktuelle Lieblingsmischung besteht aus lilafarbenem Strauchbasilikum, Liebstöckel, Dost und den Blüten des invasiven Berufkrauts, dass sich in meinem Garten breit gemacht hat. Letztere schmecken leicht scharf und pfeffrig. 

 

Und so geht's:

Frische Kräuter mit grobem Salz in einen Universalzerkleinerer geben. Gemeinsam zerkleinern, bis Kräuter und Salz gleichmäßig vermischt sind und eine grobkörnige Paste entstanden ist.

Diese auf einem Blech mit Backpapier ausstreichen und für ca. fünf Tage gut durchtrocknen lassen. Dabei immer wieder mit einer Gabel auflockern.

Salz dann in eine Gewürzmühle füllen und frisch über deine liebsten Speisen mahlen.

 

 

 

 

 

 

Natürlich lässt sich das Salz auch in einem Mörser per Hand herstellen. Das Mengenverhältnis der Kräuter und des Salzes kannst du nach Geschmack variieren. Auch welche Kräuter du wählst, ist deiner Kreativität überlassen. Wie immer gilt: sammle nur, was du zuvor sicher bestimmt hast!

APR
2025

Pizza verde - Iss dein Unkraut!

Pizza mit Tomatensauce kennt jeder, auch Pizza bianca ist sicher vielen ein Begriff. Aber grüne Pizza? Und dann auch noch mit „Unkraut“? Hier kommt mein Rezepttipp für Frühling und Frühsommer.

  • Pizzateig für ein Blech – selbstgemacht oder gekauft
  • 400g weiße Bohnen, vorgekocht
  • etwa 3 Hände voll Brennnessel und Giersch
  • etwas Haferdrink
  • 2 Tomaten
  • 150g veganer Reibekäse
  • Salz, Pfeffer
  • evtl. frische Kräuter wie Giersch und Knoblauchsrauke als Topping

Pizzateig auf dem Blech ausrollen. 

Bohnen mit zwei Händen voll Brennnessel und Giersch pürieren. Dabei so viel Hafermilch zugeben, dass sich eine zähflüssige, aber streichfähige Masse ergibt. Diese „grüne Sauce“ mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf den Pizzateig streichen. 

Tomaten in Scheiben schneiden und auf der Pizza verteilen. Restliche Kräuter ebenfalls verteilen und Pizza mit Reibekäse bestreuen. 

Für ca. 25 Minuten bei 220 Grad Ober-/Unterhitze backen. Nach Belieben mit frischen Wildkräutern garnieren und genießen.

Die Brennnessel ist übrigens ein echtes Superfood! Sie ist nicht nur sehr eiweißreich, sondern liefert auch zahlreiche Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium sowie Eisen und Silicium. Auch der Giersch ist gesund: er enthält etwa 4x so viel Vitamin C wie die Zitrone!

FEB
2025

Feiert den Wurm!

Während der 14. Februar allen als Valentinstag bekannt ist, wissen die Wenigsten, wer am 15. Februar gefeiert wird. Es ist einer unserer fleißigsten Gartenhelfer und heimlicher Pfleger unserer Wildpflanzen: Der Regenwurm!

Er gehört zu den Ringelwürmern und es tummeln sich über 40 verschiedene Arten in unseren Böden. Darunter gibt es so nette Namen wie Kleiner Wiesenwurm, Roter Laubfresser oder Tauwurm. 

 

 

Sie alle sind existenziell für gesunde Böden, denn durch das fleißige Umgraben des Erdreichs durchlüften sie dieses nicht nur, sondern schichten auch Nährstoffe von unten nach oben um. So können Pflanzen auf diese zugreifen. Wenn es regnet, kann ein lockerer Boden außerdem viel mehr Wasser aufnehmen und an die Wurzeln weiterleiten. Zugleich verhindern die Gänge des Regenwurms Staunässe und damit das Faulen unterirdischer Pflanzenteile. 

Unentwegt frisst der Regenwurm Blätter, abgestorbenen Pflanzenreste und Mikroorganismen, wobei er auch Erde aufnimmt. Der Kot, den er dann in kleinen Häufchen ausscheidet, ist der beste Dünger, den man sich vorstellen kann! Regenwürmer sind fast ganzjährig aktiv, vermehren sich aber besonders im Frühjahr und im Herbst. 

 

 

 

Intensive Landwirtschaft und Bodenbearbeitung machen dem sympathischen Tier das Leben allerdings schwer. Viele Arten sind mittlerweile auf der Roten Liste verzeichnet. Doch ohne Regenwürmer haben auch andere Lebewesen – in letzter Konsequenz auch wir Menschen – keine Chance! Wir sind auf gesunde Böden angewiesen, da nur auf ihnen unsere Lebensgrundlage, die Pflanzen, gedeihen können. Lasst uns deshalb einen Beitrag zum Regenwurmschutz leisten: wenig umgraben, Laub und Pflanzenreste liegen lassen, einen Komposthaufen einrichten und nachhaltige Landwirtschaft unterstützen. Lehnen wir uns also mit einer Tasse Kräutertee zurück und lassen den Regenwurm die Gartenarbeit machen...

DEZ
2024

Rosmarin-Zitronen-Cookies

Im Dezember machen Kräuterpädagoginnen Winterschlaf? Mitnichten! Auch in der kalten Jahreszeit hält die Natur grüne Schmankerl für uns bereit. In meinem Garten hält sich zum Beispiel der Rosmarin wacker. Sein Duft erinnert viele zwar eher an einen mediterranen Urlaub, als an die stade Zeit, aber warum nicht einen Hauch Sommersonne ins Haus holen und im Plätzchenteig verbacken?

 

Für etwa 30 köstlich-knusprige Rosmarin-Zitronen-Cookies brauchst du:

  • 120 g Rohrohrzucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 120 ml Olivenöl 
  • Saft und Abrieb von ½ Zitrone  
  • 250 g Mehl, z.B. Dinkelmehl 630               
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Backpulver
  • ½ TL Natron 
  • 1 kleiner Zweig Rosmarin

 

Zucker, Vanillezucker und Olivenöl verrühren, bis sich der Zucker weitgehend aufgelöst hat. Die Rosmarinnadeln abzupfen, sehr fein hacken und dazugeben.

 

Die trockenen Zutaten vermischen und zügig unter die Zucker-Öl-Masse rühren, bis ein homogener Teig entsteht.

 

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Aus dem Teig walnussgroße Kugeln formen und diese mit ausreichend Abstand auf dem Blech verteilen. Die Kugeln nur leicht andrücken. Sie verlaufen dann von selbst ein wenig und gehen auf.

 

Bleche in den Ofen schieben und bei 180 Grad Umluft etwa 15 Minuten backen. Auf einem Gitter abkühlen lassen und dann genießen. In einer Blechdose halten sich die Kekse einige Wochen – aber so alt werden sie bei mir nie...

 

 

 

 

Rosmarin enthält übrigens ätherische Öle, die belebend wirken. Sie können bei Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten helfen und sind somit genau das richtige für dunkle Winternachmittage.

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